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Lrm auf der A 2, ein langer Kampf gegen die Ignoranz.

Was ist aus unserem einstmals so stillen Dorf geworden? Seit einiger Zeit hat sich unsere Lebenssituation vollkommen verndert. Lrm belastet uns 24 Stunden am Tag . Erholsamer Schlaf bei geffneten Fenstern ist kaum noch mglich, Entspannung in den Grten gleich null, Wertverluste unserer Immobilien und die Angst hier in Zukunft keine lebenswerte Grundlage mehr zu finden belasten die Brger.

Schuld daran ist u. a. die unertrgliche Verkehrssituation und die damit verbundene Lrmbelastung auf der A 2. Seit der Mauerffnung und insbesondere seit der Osterweiterung im Jahr 2004 ist die A 2 zur Transitstrecke 1. Klasse zwischen den ehemaligen Ostblockstaaten und dem Ruhrgebiet geworden.

Tglich befahren z. Z. ca. 98.000 Fahrzeuge, davon ein Groteil LKWs bis 40 t, diesen Autobahnabschnitt mit den daraus resultierenden Lrm- und Schadstoffimmissionen. Die Autobahnpolizei Bielefeld ermittelte am Bielefelder Berg einen LKW Anteil von bis zu 50 %. Experten prognostizieren eine weitere Erhhung des LKW Verkehrs bis zum Jahr 2025 um bis zu 80 %. Ein Horrorszenario, wenn man bedenkt, was der heutige Verkehr bereits fr eine enorme Belastung mit sich bringt.

Aber, so denken wir, es gibt ja das 16. Bundesimmissionsschutzgesetz, dass dem Brger Rechte auch zum nachtrglichen Lrmschutz unter bestimmten Voraussetzungen einrumt. Diese, zum Schutz der Gesundheit verabschiedeten Gesetze sollten uns doch die Mglichkeit geben, eine berprfung der Situation zu beantragen. Gedacht, getan, der Landesbetrieb Straen NRW erhielt den Auftrag, die Verkehrssituation und die daraus resultierende Lrmbelastung zu untersuchen.

Wer nun jedoch glaubte, die zustndigen Mitarbeiter wrden diese berprfung im Interesse der Gesundheit der Brger korrekt, unter Bercksichtigung der aktuellen Lage vornehmen, sah sich gewaltig getuscht.

Mit einer nicht vermuteten Arroganz wurde unser vermeintliches Recht auf nachtrglichen Lrmschutz grundstzlich abgelehnt. Begrndungen, soweit sie berhaupt geliefert werden, blieben unverstndlich. Man konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass man Anfragen die mit Kosten fr den jeweiligen Bautrger verbunden sein knnten, schon vom Grundsatz her als Zumutung betrachtet. Angeblich fachlich fundierte Argumente bzgl. der Ablehnung, wenn sie denn berhaupt genannt wurden, stellten sich bei intensiver Nachforschung zumindest als weiter berprfenswert dar.

Fr die Berechnung der Lrmbelastungswerte wurden veraltete Zahlen und falsche Entfernungsangaben verwendet. Die neuesten Entwicklungen durch die Osterweiterung im Jahr 2004 wurden berhaupt nicht bercksichtigt obwohl gerade diese Tatsache zu einer enormen Erhhung des Schwerlastverkehrs gefhrt hat. Die Horrorprognosen aus dem eigenen Haus und des Berliner Verkehrsministeriums wurden ebenfalls nicht bercksichtigt. Weitere Angaben bezglich der verwendeten Konstanten in einem beraus komplizierten Berechnungsverfahren konnten mangels vorhandener Fachkenntnisse nicht erlutert werden. Das dann das doch irgendwie ermittelte Ergebnis, natrlich zum Bedauern des Landesbetriebes, leider ganz knapp unter den gesetzlichen Grenzwerten lag, kann einen nicht wirklich berraschen, wenn man bedenkt, dass ein berschreiten dieser Werte u. U. ein Recht auf nachtrglichen Lrmschutz bewirken kann. Die niederschsische Straenbaubehrde musste bereits aufgrund von Nachberechnungen zustzliche Lrmschutzmanahmen fr die Bewohner errichten bzw. ausweiten.

Ein Schelm, der nun Bses dabei denkt, warum sich die Mitarbeiter des Landesbetrieb Straen so vehement gegen die Verwendung aktueller Zahlen wehrt.

So bleibt wohl wieder nur, wie im Umgang mit Behrden schon fast blich geworden, der Rckgriff auf rechtlichen Beistand. Ein Trauerspiel, wenn man bedenkt, dass hier nicht nur private Gelder sondern auch Steuergelder verschwendet werden mssen um der Ignoranz von Behrdenmitarbeitern Einhalt zu gebieten.

Als wenn nun diese Belastungen nicht schon ausreichen wrden versuchen nun dieselben Mitarbeiter des Landesbetrieb Straen NRW mit der gleichen Ignoranz und Arroganz die Rechte der Brger im Rahmen der geplanten Tank- und Rastanlage einzuschrnken.

Von der Kompetenz und der Arbeitsweise der Sachbearbeiter und des Leiters der Behrde konnten wir uns ja beim Anhrungstermin der Bezirksregierung zur Tank- und Rastanlage in wirklich eindrucksvoller Art berzeugen.

Offensichtlich wurde hier u. a., dass nicht einmal die Grundlage fr eine ordnungsgeme Planung durch Information der betroffenen Gemeinden und Anwohner geschaffen wurde.

Bei der Erklrung zur Notwendigkeit einer solchen Anlage kamen nun pltzlich Zahlen und Prognosen auf den Tisch, deren Existenz man im Rahmen der Beurteilung eines grundstzlichen Lrmschutzes so massiv abstreitet. Eine fr den Brger wenig nachvollziehbare Arbeitsweise, es sei denn, man unterstellt, dass der Landesbetrieb Straen sich immer nur der Daten bedient, die fr das gerade aktuelle Projekt im Sinne der Behrde notwendig erscheinen???

Die Erklrungen zur Wahl des Standortes lieen ebenfalls die mangelnde Sorgfalt bei der Bearbeitung erkennen. Da werden Siedlungen mal eben zu Streubebauungen oder aber sie verschwinden ganz von der Landkarte. Orts- oder wenigstens Kartenlese-Kenntnisse scheinen nicht sehr ausgeprgt zu sein.

Alle anderen Argumente der Brger gegen die geplante Anlage wurden ebenfalls, wie soll es auch anders sein, mit einem Federstrich vom Tisch gefegt. Die Antworten auf unsere Widersprche bedrfen wohl keiner weiteren Kommentierung .

So knnen wir also nur hoffen, dass die Bezirksregierung in Detmold den Mut aufbringt, die vollkommen unzureichende und fachlich sehr fragwrdige Arbeit des Landesbetrieb Straen zu rgen, indem sie das Projekt abgelehnt Ansonsten bleibt uns auch hier nur der Gang vor das Verwaltungsgericht.

Das Gesetz gibt uns Brgern einige wenige Rechte zum Schutz unserer Gesundheit und Lebensqualitt. Es ist ein Skandal, dass diese Rechte von den zustndigen Behrden offensichtlich mit Fssen getreten werden. Bei den Entscheidungen des Landesbetrieb Straen geht es ausschlielich nur um die Wahrung finanzieller Interessen des Landes und des Bundes. Unsere Interessen bleiben vollstndig unbercksichtigt. Meinen Vorstellungen von Demokratie und vor allen Dingen Rechtsstaatlichkeit entspricht eine solche Vorgehensweise jedenfalls nicht.

Wir knnen die Verkehrssituation auf der A 2 und die befrchtete Entwicklung nicht ndern. Wir knnen aber dafr sorgen, dass die zustndigen Behrden unser Recht auf Erhaltung unserer Gesundheit umsetzen. Nur gemeinsam kann es uns gelingen, der Ignoranz von Behrden Einhalt zu gebieten. Engagieren Sie sich.

Sabine Schwarz